Anja Niedringhaus
Amerikanische Marineinfanteristen führen eine Razzia im Haus eines irakischen Abgeordneten im Stadtteil Abu Ghraib durch; Bagdad, Irak, November 2004
Pigmentdruck auf Barytpapier
29,7 x 42 cm
Kunstpalast © picture alliance / AP Images

Die Porträts zweier mutiger Frauen in Zeiten des Aufruhrs – die Kriegsfotografinnen Lee Miller und Anja Niedringhaus

Kriege fordern Leid, Schmerz und Düsternis. Menschen bekämpfen sich mit physischer und psychischer Gewalt. Blut durchtränkt die Kriegs- und Krisengebiete. Fotografische Dokumente belegen die Gräuel. Kriegsfotografen begeben sich freiwillig zu den grausigen Schauplätzen und halten Leid, Trauer, Zerstörung in ihren fotografischen Berichterstattungen fest. Unter den Kriegsfotografen sind dabei nicht nur Männer, auch Frauen beweisen den Mut und setzen hierbei ihr Leben auf Spiel. Einige unter ihnen bezahlten mit dem Leben.

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Nil Yalter, um 1988, Foto: Archiv der Künstlerin

„Nil Yalter – Exile is a hard job“ im Museum Ludwig Köln

Zeitgenössische Kunst kann gesellschaftliche und soziale Zusammenhänge widerspiegeln, sie kann sich damit kritisch auf künstlerische Weise auseinandersetzen und den Blick darauf richten. Reflexionen über Kulturen, deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten gehören zum Verständnis der Kunst. So arbeitet die in Kairo geborene Nil Yalter mit den heutigen Lebensverhältnissen der Menschen in Zeichnungen, Fotografien und auch Videos und Performances.

 

ICH BIN EINE KÜNSTLERIN
ICH BIN EINE JÜDIN AUS SALONIKI / EINE MUSLIMA AUS BOSNIEN

ICH KOMME AUS DER TÜRKEI, AUS FRANKREICH

ICH BIN EINE MONGOLIN, EINE NOMADIN, EINE GASTARBEITERIN
IM EXIL

ICH BIN DIE BOTSCHAFT
ICH BIN

Nil Yalter [1]

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Ruth Marten, Armchair, Lips (Polstersessel, Lippen), 2011, Aquarell auf Druck des 19. Jahrhunderts, Sammlung Karsten Walprecht, Bedburg © 2018 Ruth Marten

Ruth Marten – „I don’t want to dream alone.“

Ruth Marten, Fountains & Alligators, #4 (Springbrunnen & Alligatoren, Nr. 4), 2015, Tusche und Aquarell auf Papier, Sammlung Gail Skoff, Berkeley, Kalifornien © 2018 Ruth Marten
Ruth Marten, Fountains & Alligators, #4 (Springbrunnen & Alligatoren, Nr. 4), 2015, Tusche und Aquarell auf Papier, Sammlung Gail Skoff, Berkeley, Kalifornien © 2018 Ruth Marten

Kleine, fein ausgearbeitete und zarte Collagen. Diese lässt Ruth Marten durch Übermalen, Erweitern und Kolorieren entstehen. Dabei wirken sie leicht und einnehmend. Die erste Retrospektive „Dreamlover“ der 70jährigen amerikanischen Künstlerin Ruth Marten im Max Ernst Museum in Brühl zeigt ihr umfangreiches Schaffen von Beginn bis heute, Collagen, Malerei und Skulptur. Zu sehen vom 14. Oktober 2018 bis zum 24. Februar 2019.

„Wir leben in einer stürmischen Collage, die sich ständig verändert.“

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Andreas Gefeller – The Backside of Light

Ausschnitte, abstrakte Versatzstücke, die sich manchmal noch erkennen lassen. Die Belichtung variiert, es gibt heller wirkende Kontraste, extreme Schärfe auf allen Ebenen. Wie Malerei wirkende Fotografien. Andreas Gefeller arbeitet mit ihm alles umfassenden fotografischen Mitteln, um eine neue und besondere Art der Fotografie zu generieren. Dabei sind die technischen Gegebenheiten der Kamera sein Instrument. Das Sichtbarmachen der Dinge, die uns gar nicht so bewusst sind oder die wir gar nicht in diesem Status wahrnehmen, ist das Ziel von Andreas Gefeller. Dabei spielt er mit den Grenzen zum Malerischen und Zeichnerischen. Oft fällt es uns schwer die Arbeiten als reine Fotografien zu enttarnen. Abstrakte Poesie könnte es auch genannt werden.

„Manchmal habe ich das Gefühl, die ganze Welt sei eine riesige Versuchsanordnung …“ [1]

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Eugène Delacroix, July 28, 1830: "Die Freiheit führt das Volk", 1830/1831 Salon, Musée du Louvre, Paris © RMN-Grand Palais (musée du Louvre) / Michel Urtado

Nicht nur die Freiheit kämpfte für das Volk – Eugène Delacroix im Louvre, Paris

Eugène Delacroix, kein unbekannter Name in der Kunstgeschichte. Einer der bedeutendsten französischen Maler des frühen 19. Jahrhunderts. Seine Werke sind farbgewaltig und spielen so mit den Emotionen des Betrachters. Er ebnete mit seiner neuen Sicht auf die Farbe und deren Anwendung den Weg der Impressionisten.

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Mark Rothko – es begann gegenständlich und endete abstrakt

Mark Rothko. Abstrakte Kunst, das beschreibt den US-amerikanischen Künstler schon ziemlich gut. Er experimentierte mit Farben, setzte sie nebeneinander und ließ sie einfach ihre Wirkung entfalten. Der Betrachter interagiert mit dem Werk so durch seine Wahrnehmung. Rothko gehörte zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts und gehört daneben auch zu den interessantesten Persönlichkeiten.

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Porträt von Haegue Yang vor ihrer Arbeit Sol LeWitt Upside Down – K123456, Expanded 1078 Times, Doubled and Mirrored, 2015 Installationsansicht kurimanzutto, Mexiko-Stadt © Haegue Yang Courtesy kurimanzutto, Mexiko-Stadt Foto: Abigail Enzaldo

Die ungefähre Ankunft rückt näher – Retrospektive von Haegue Yang „E.T.A.“ im Museum Ludwig, Köln

Es sind Werke, mit denen der Betrachter sich beschäftigen sollte. Der Zugang ist nicht einfach gegeben, es sind abstrakte Arbeiten und daher spielen hier die erzeugten Emotionen beim Betrachter eine wichtige Rolle. Hintergrundwissen erscheint erforderlich. Die Werke spielen dennoch mit dem Alltag eines jeden. Wichtig ist die sinnliche Erfahrung, die Arbeiten sind hörbar, lesbar, sichtbar, tastbar und sogar riechbar. Die Rede ist von den Kunstwerken der Installationskünstlerin Haegue Yang. Alle wohl konzeptioniert und mit Inhalt gefüllt. Verstehbar werden die Arbeiten durch weitere Informationen zu der Idee.

Das Museum Ludwig in Köln zeigt bis zum 12. August eine umfassende Präsentation der Künstlerin, die mit dem Wolfgang-Hahn-Preis 2018 der Gesellschaft für Moderne Kunst ausgezeichnet wurde. „ETA“ ist die erste umfangreiche internationale Ausstellung der in Berlin und Seoul arbeitenden Künstlerin, rund 120 Arbeiten aus den Jahren 1994 bis 2018 werden gezeigt.

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Stephan Melzl – Ebene über Ebene, Schicht um Schicht, Farbe und Farbe

Traditionell und teilweise mit altmeisterlichen Techniken, dennoch zeitgenössische Malerei und als diese auch deutlich wahrnehmbar, so lässt sich der Malstil Stephan Melzls kurz und prägnant beschreiben. Figurativ, der Mensch steht im Vordergrund, trotz enthaltener abstrakter Elemente. Daneben holt Melzl zahlreiche ikonografische Verweise der Kunstgeschichte in die Neuzeit. Oder er verarbeitet religiöse Themen und Motive, indem er sie in einen zeitgenössischen Rahmen setzt, einfühlsam und alle Sinne anregend gestaltet.

In der Thomas Rehbein Galerie, Köln, ist eine kleine, aber feine Ausstellung mit Arbeiten Melzls bis zum 19. Mai zu sehen.

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Unvergessen und immer noch cool – „Basquiat. Boom for real“ in der Schirn Kunsthalle, 16.2. – 27.5.2018

Er war cool, hip und lässig. Er war schwarz. Er entstammte der Post-Punk-Underground Szene New Yorks und mischte die Kunstwelt dort auf. Ohne Akademie-Ausbildung wurde er dennoch zu einem Wunderkind in der Malerei. Seine Freunde waren Andy Warhol, Keith Haring und Grace Jones. Mit Madonna hatte er eine Affäre. Jean-Michel Basquiat, Maler, Zeichner, Musiker und Entertainer, heute einer der teuersten Künstler der Welt. Immer noch unvergessen und immer noch der unsterbliche Rebell der Kunstszene.

Seit 30 Jahren wurde Basquiat nicht mehr umfassend in Deutschland in einer öffentlichen Sammlung gezeigt, die Schirn Kunsthalle in Frankfurt ändert dies nun. Mit über 100 Werke, teilweise noch nie in Deutschland gezeigt, bietet sie eine weitreichende und eindringliche Ausstellung, die in Kooperation mit dem Barbican Centre in London entstand. Die Arbeiten Basquiats werden in Beziehung mit Textelementen, Musik, Film und Fernsehen gesetzt und zeigen so einen übergeordneten Zusammenhang.

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Ein Maler anders betrachtet: „Peter Paul Rubens – Kraft der Verwandlung“ im Städel Museum in Frankfurt

Er gehörte bereits zu seiner Zeit im 17. Jahrhundert zu den vielseitigsten und bekanntesten Malern: Peter Paul Rubens. Und noch heute ist der 1577 in Siegen geborene Maler in der Kunstgeschichte einer der bedeutendsten Künstler. In seinen Bildern führte er virtuos fantastische Bildwelten aus und zeigte dem Betrachter bunte und vielschichtige Reiche, angehäuft mit biblischen, mythologischen und auch künstlerischen Zitaten. Er war ein Intellektueller und vielseitig begabt. Er war ein Künstler, der Korrespondenz mit vielen Gelehrten führte, so zum Beispiel auch Galileo.

Das Städel Museum zeigt nun in einer umfassenden Ausstellung „Kraft der Verwandlung“ mit rund 100 Werken, darunter 31 Bilder auf Leinwand und 23 Zeichnungen von Rubens selbst, neue Aspekte des Schaffens des Meisters. Die Schau setzt sein Werk in Beziehung zu seinen Vorbildern und Zeitgenossen, so wird veranschaulicht inwiefern Rubens sich Inspirationen von anderen Künstlern holte und diese immer wieder für seine Werke nutze. Er legte sich Skizzen als Mustervorlagen an, auf die er in seinen Gemälden immer wieder zurückgriff und so die Antike, Zeitgenossen, Vorbilder, die ganze Kunstgeschichte zitierte. Die Ausstellung begann am 8. Februar und endet am 21. Mai 2018. Mit der Präsentation wird eine große Lücke geschlossen, zahlreiche Ausstellungen zu Werken von Rubens gab es bereits, doch nicht eine, die diese Arbeits- und Vorgehensweise dokumentiert. Strukturiert ist die Ausstellung nach Bildmotiven und Themen.

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